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Was geht mit uns?
Man fasst es nicht. Ganz Studentenösterreich steht auf der Straße, besetzt Hörsäle, fordert Verbesserung des Bildungssystems. Wir von der FH JOANNEUM dachten, das müssen doch auch wir schaffen. Wir rufen per Mail und Flyer dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen - als Antwort kommen beinahe nur negative Rückmeldungen. Es würde uns auf der FH doch eh so gut gehen - es geht uns nichts ab. Die Hörsäle sind nicht überfüllt und von den finanziellen Kürzungen spüren wir nichts. Noch vielleicht.
Wir denken uns aber, dass es nicht sein kann, dass nur Journalismusstudenten einsehen, dass die Forderungen der Studentinnen auf den Universitäten zu einem doch recht großen Teil auch uns FH-Studenten betreffen (Heinz hat die Punkte zusammengefasst). Was machen wir also? Wir suchen die Leute die noch Interesse haben an der Solidarisierung mit den Universitätsstudentinnen. Wir rufen also zu einem Plenum auf. Und was ist? 30 Leute nehmen teil.
Ja, das Arbeiten in dieser Gruppe war mehr als produktiv. Zwei Punkte konnten wir im heutigen Meeting umsetzen:
- Die Studentinnen der FH JOANNEUM solidarisieren sich mit den Studentinnen der Universitäten. Auch wenn wir nicht alle Forderungen so unterschreiben können (was klar ist, wie ich meine), so verstehen wir doch, dass die Forderungen für die Universitätsstudentinnen mehr als nur gerechtfertigt sind.
- Wir werden nächste Woche eine Informationsveranstaltung organisieren. So soll aufgezeigt werden, dass gewisse Punkte durchaus auch uns FH-Studentinnen betreffen.
Hoffnung ist, dass bei der Veranstaltung mehr Leute teilnehmen, als beim heutigen Plenum. Versprochen: wir werden unser Bestes tun, um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die sich gewaschen hat.
Demo in Graz und Wien
Lange ist es her, dass hier etwas passiert ist. Die Studentenproteste in Wien und Graz veranlassen mich aber durchaus wieder etwas zu schreiben.
Nachdem in Wien das Audimax schon seit längerem mit wirklich vielen Menschen besetzt ist und auch im Live-Stream wirklich viele Leute mitschauen beginnt sich auch in Graz langsam einiges zu tun. Sowohl die Vorklinik als auch die TU sind besetzt.
Und auch in Salzburg, Klagenfurt, Linz und Innsbruck beginnt sich einiges zu bewegen.
Die Wiener rufen bereits morgen zur großen Demonstration - um 17.00 Uhr gehts in Wien los.
Die Grazer lassen sich einen Tag länger Zeit. Um einen kontinuierlichen Protest zu gewährleisten wie @schneeengel twitterte. Noch vorher war ja geplant, dass in Graz zeitgleich mit den Wienern demonstriert wird.
Treffpunkt der Grazer Studenten ist am Donnerstag um 16:00 vor dem Hauptgebäude. Man würde sich von Seiten der KF- und TU-Studenten sehr freuen, wenn auch einige, zahlreiche Gesichter von der FH mitmarschieren würden. In diesem Sinne: Studenten aller Bildungseinrichtungen vereinigt euch…
Hochwasserniederschlag.
Erst heute bin ich auf einen Beitrag über den Klimawandel auf g24.at hingewiesen worden. In einem Kommentar erklärt ein Mensch, dass ihn das Klima hier in Österreich immer mehr an das in Afrika erinnert - dieser Mensch ist ein Jahr lang in Afrika gewesen.
Und auch die Presseaussendung von Greenpeace, die in diesem Beitrag zitiert wird, hat mehr zu bieten, als anzunehmen ist.
In einer Aussendung warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace heute vor einer deutlichen Zunahme von Hochwasser-Ereignissen in Österreich. Extreme Niederschläge würden Klimaprognosen zufolge an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Und Österreich zählt seiner alpinen Lage wegen zu den Ländern, in denen die Folgen besonders spürbar werden.
Damit aber nicht genug:
Aufgrund des Klimawandels und des Temperaturanstiegs werden Überschwemmungen nicht nur häufiger, sondern auch in größerer Intensität auftreten. Der Grund für diese Intensivierung ist die Eigenschaft der Luft, bei höheren Temperaturen mehr Wasserdampf zu speichern. Die Alpenregion reagiert besonders empfindlich auf diese Klimaveränderungen: In den letzten hundert Jahren wurde hier eine Niederschlagszunahme von dreißig Prozent registriert.
Und auch wenn das jetzt wenig mit den Überschwemmungen und Konsorten zu tun hat: Dass das Wetter in Graz in letzter Zeit manisch-depressiv ist kann ja auch nicht normal sein. Ich kann mich an keinen Sommer erinnern wo über Tage hinweg das Wetter in der Früh super war, im Laufe des Vormittags dann Wolken aufziehen, die dann zu Mittag in einem Regenguss oder Gewitter gipfeln um am Nachmittag wieder wunderschönes Wetter zu haben.
Bitte nicht betteln.
In regelmäßigen Abständen wird in Graz das Bettelverbot diskutiert. Dieses Mal geht es in erster Linie um das Bettelverbot für Menschen mit Behinderung. Es geht um:
Behinderte Rumänen und Bulgaren, die verkrüppelte Gliedmaßen zur Schau stellen, um zu betteln.
So schreiben zumindest Bernd Hecke und Claus Albertani in einem Artikel der Online-Ausgabe der Kleinen Zeitung. Bürgermeister Siegfried Nagl geht es in keinster Linie um Rumänen oder Bulgaren. Und auch die verkrüppelten Gliedmaßen sind ihm mehr oder weniger egal. Der Grazer Bürgermeister hat ein Problem mit der organisierten Bettelei. Kein Wunder. Denn die Bettler dürfen sich von dem Geld das sie an einem Tag erbetteln oft lediglich einen Euro behalten. Bin ich dagegen und daher soweit ganz bei Bürgermeister Nagl.
Womit ich allerdings ein Problem hab ist, dass Nagl nicht die Suche nach den Hintermännern forciert. Es geht ihm anscheinend nicht darum den Menschen, die für andere auf der Straße sitzen zu helfen, sondern das Stadtbild “seiner Stadt Graz” zu verschönern (das Nagl auf Verschönungstrip ist, hat ja auch Lukas Kapeller schon bemerkt).
Lisa Rücker von den Grünen, die zusammen mit Nagl die Stadtregierung leitet spricht sich gegen ein Verbot aus. Ihr (und den Grünen) geht es in erster Linie darum, die Personen vor den Hintermännern zu schützen.
Landeshauptmann Voves hat dem ORF gegenüber ähnliches geäußert:
Auch die SPÖ ist gegen das organisierte Betteln, aber man muss sich gegen die Hintermänner, und nicht gegen die behinderten Bettler stellen. (ORF)
Am Prüfstand
Das Forum politische Bildung veranstaltete bereits fünf Veranstaltungen, in denen Themen die jetzt, kurz vor der Europa-Wahl relevant sind (Die Videos zu den Veranstaltungen gibt es hier, die Bilder hier) behandelt wurden.
Heute, am späten Nachmittag, findet die Abschlussveranstaltung statt. Genau ein Monat vor den Wahlen, stellen sich die KandidatINNEN auf einen Sitz im EU-Parlament dem Publikum. Aber auch über das Internet kann man “eingreifen”. Die Veranstaltung wird nämlich via make.tv live gestreamt. Hier (oder hier) wird ab etwa 17.30 die Veranstaltung mitverfolgt werden können. Und auch der Chat ist hier zu erreichen.
Dass das persönliche Vorbeikommen doch klüger ist, sei mit einem Foto klar gemacht:
Was: Am Prüfstand - Die KandidatInnen zum Europaparlament im Gespräch
Wann: 07. Mai 2009, 17.30-20.30 Uhr
Wo: Audimax, Fh Joanneum, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz
Moderiert wird die Veranstaltung heute Abend von Bernhard Possert und HR Ludwig Rader.
Überlehrer
Die Lehrer sind zu beneiden, beginnt Michael Völker seinen Kommentar “Und jetzt endlich eine Schuldebatte” im Standard. Und relativiert gleich.
Nein, nicht um ihre Arbeitsplätze wären die Lehrer zu beneiden, obwohl es halbtags zu Hause sicherlich recht kommod ist, schreibt Völker.
Jein.
Es ist ja nicht so, dass Lehrer mit dem Glockenläuten das Schulhaus verlassen und keine Gedanken mehr an die Schule verlieren bis am nächsten Tag um 7 Uhr 50 wieder der Unterricht beginnt. Stunden gehören vorbereitet. Schularbeiten müssen verbessert werden - termingerecht. Wenn man dann hört, dass es Lehrer gibt, die nicht in der Lage gewesen wären am Donnerstag in Wien zu streiken, weil am Tag darauf der Elternsprechtag statt findet und die Arbeiten verbessert werden müssen, dann wird wohl klar unter welchem Druck die Lehrer stehen. Druck von den Eltern, die immer und überall (im Kaffehaus? beim Einkaufen?) wissen wollen auf welcher Note das Kind gerade steht. Druck von den Schülern, die bereits am Tag nach der Schularbeit wissen wollen, wie sie denn ausgefallen ist. Druck von der Politik, weil die Leistungen der Schüler vielleicht gerade nicht dem internationalen Durchschnitt entsprechen.
“Wenn man das nicht gerne macht, kann der Umgang mit Kindern eine aufreibende Angelegenheit sein, keine Frage. Wenn die nicht mitarbeiten, nicht folgen, gar noch zurückreden - dieser Belastung ist in drei Monaten Ferien schulfreier Zeit kaum beizukommen. Da droht das Burnout.” (Michael Völker: Und jetzt endlich eine Schuldebatte)
Diesmal kein Jein.
Ja.
Als kleiner Hinweis - einige Blogs von Lehrern:
Politcamp Graz, die Zweite…
Wie auch schon der schneeengel verlautbarte, findet am 23. und 24. Mai in Graz zum zweiten Mal ein Politcamp statt. Auch wenn noch nicht ganz geklärt ist, wo das barcamp stattfinden wird, anmelden kann man sich auf alle Fälle schon.
Und auch twitter und eine facebook-Seite besteht schon.
Der tag: #pcg09
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