Clemens Ticar

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Posts Tagged ‘Bildung’

Was geht mit uns?

Man fasst es nicht. Ganz Studentenösterreich steht auf der Straße, besetzt Hörsäle, fordert Verbesserung des Bildungssystems. Wir von der FH JOANNEUM dachten, das müssen doch auch wir schaffen. Wir rufen per Mail und Flyer dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen - als Antwort kommen beinahe nur negative Rückmeldungen. Es würde uns auf der FH doch eh so gut gehen - es geht uns nichts ab. Die Hörsäle sind nicht überfüllt und von den finanziellen Kürzungen spüren wir nichts. Noch vielleicht.

Wir denken uns aber, dass es nicht sein kann, dass nur Journalismusstudenten einsehen, dass die Forderungen der Studentinnen auf den Universitäten zu einem doch recht großen Teil auch uns FH-Studenten betreffen (Heinz hat die Punkte zusammengefasst).  Was machen wir also? Wir suchen die Leute die noch Interesse haben an der Solidarisierung mit den Universitätsstudentinnen. Wir rufen also zu einem Plenum auf. Und was ist? 30 Leute nehmen teil.

Ja, das Arbeiten in dieser Gruppe war mehr als produktiv. Zwei Punkte konnten wir im heutigen Meeting umsetzen:

  1. Die Studentinnen der FH JOANNEUM solidarisieren sich mit den Studentinnen der Universitäten. Auch wenn wir nicht alle Forderungen so unterschreiben können (was klar ist, wie ich meine), so verstehen wir doch, dass die Forderungen für die Universitätsstudentinnen mehr als nur gerechtfertigt sind.
  2. Wir werden nächste Woche eine Informationsveranstaltung organisieren. So soll aufgezeigt werden, dass gewisse Punkte durchaus auch uns FH-Studentinnen betreffen.

Hoffnung ist, dass bei der Veranstaltung mehr Leute teilnehmen, als beim heutigen Plenum. Versprochen: wir werden unser Bestes tun, um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die sich gewaschen hat.

Demo in Graz und Wien

Lange ist es her, dass hier etwas passiert ist. Die Studentenproteste in Wien und Graz veranlassen mich aber durchaus wieder etwas zu schreiben.

Nachdem in Wien das Audimax schon seit längerem mit wirklich vielen Menschen besetzt ist und auch im Live-Stream wirklich viele Leute mitschauen beginnt sich auch in Graz langsam einiges zu tun. Sowohl die Vorklinik als auch die TU sind besetzt.

Und auch in Salzburg, Klagenfurt, Linz und Innsbruck beginnt sich einiges zu bewegen.

Die Wiener rufen bereits morgen zur großen Demonstration - um 17.00 Uhr gehts in Wien los.

Die Grazer lassen sich einen Tag länger Zeit. Um einen kontinuierlichen Protest zu gewährleisten wie @schneeengel twitterte. Noch vorher war ja geplant, dass in Graz zeitgleich mit den Wienern demonstriert wird.

Treffpunkt der Grazer Studenten ist am Donnerstag um 16:00 vor dem Hauptgebäude. Man würde sich von Seiten der KF- und TU-Studenten sehr freuen, wenn auch einige, zahlreiche Gesichter von der FH mitmarschieren würden. In diesem Sinne: Studenten aller Bildungseinrichtungen vereinigt euch… ;-)

Überlehrer

Die Lehrer sind zu beneiden, beginnt Michael Völker seinen Kommentar “Und jetzt endlich eine Schuldebatte” im Standard. Und relativiert gleich.

Nein, nicht um ihre Arbeitsplätze wären die Lehrer zu beneiden, obwohl es halbtags zu Hause sicherlich recht kommod ist, schreibt Völker.

Jein.

Es ist ja nicht so, dass Lehrer mit dem Glockenläuten das Schulhaus verlassen und keine Gedanken mehr an die Schule verlieren bis am nächsten Tag um 7 Uhr 50 wieder der Unterricht beginnt. Stunden gehören vorbereitet. Schularbeiten müssen verbessert werden - termingerecht. Wenn man dann hört, dass es Lehrer gibt, die nicht in der Lage gewesen wären am Donnerstag in Wien zu streiken, weil am Tag darauf der Elternsprechtag statt findet und die Arbeiten verbessert werden müssen, dann wird wohl klar unter welchem Druck die Lehrer stehen. Druck von den Eltern, die immer und überall (im Kaffehaus? beim Einkaufen?) wissen wollen auf welcher Note das Kind gerade steht. Druck von den Schülern, die bereits am Tag nach der Schularbeit wissen wollen, wie sie denn ausgefallen ist. Druck von der Politik, weil die Leistungen der Schüler vielleicht gerade nicht dem internationalen Durchschnitt entsprechen.

“Wenn man das nicht gerne macht, kann der Umgang mit Kindern eine aufreibende Angelegenheit sein, keine Frage. Wenn die nicht mitarbeiten, nicht folgen, gar noch zurückreden - dieser Belastung ist in drei Monaten Ferien schulfreier Zeit kaum beizukommen. Da droht das Burnout.” (Michael Völker: Und jetzt endlich eine Schuldebatte)

Diesmal kein Jein.

Ja.

Als kleiner Hinweis - einige Blogs von Lehrern:

Kreide fressen

Lernen heute

Sprechstunde

Schwellenpädagogik

Nie mehr Schule

Meldungen aus dem pädagogischen Untergrund

JochenEnglish

Lehrerzimmer

Dem Herrn Weese sein Blog